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Eigentlich eine pfiffige Idee: Warum macht man nicht ein Gerät zum Fernseher, das viele Menschen bereits mit sich führen? Zum Beispiel einen Personal Digital Assistant, kurz PDA. Ganz in diesem Sinne kündigte EOps Technology Limited aus Hongkong im Dezember 2003 einen TV-Tuner für PDAs mit CompactFlash Steckplatz an. Ab April 2004 wurden die CF TV Card N-01 für den US-amerikanischen NTSC-Standard und die PAL Variante CF Card P-01 für Europa und Australien dann tatsächlich ausgeliefert.

Aus der guten Idee ist leider nur ein mäßiges Produkt geworden. Größtes Problem war der Zeitpunkt der Markteinführung, denn bereits 2004 war klar, dass der analoge Fernsehempfang in den meisten westlichen Ländern bald Geschichte sein würde und das Produkt damit praktisch wertlos. Zu allem Unglück ist der verwendete Tuner auch noch ziemlich unempfindlich. In der Sprache des Marketings heißt das Strong TV signal is required. Wenigstens ist der Anschluss einer externen Antenne möglich, wenn man über den  Teleskopstab (voll ausgezogen nur putzige 16 cm lang) gar nichts empfängt. Ein analoger Kabelanschluss hilft ebenfalls, die PAL-Version findet sogar einige Sonderkanäle.

Ein weiteres unerfreuliches Kapitel ist die starke Hardwareabhängigkeit. Die Karten funktionieren nur mit ganz bestimmten Geräten, je nach Modell müssen unterschiedliche Treiber installiert werden. Immerhin pflegt der Hersteller eine detaillierte Kompatibilitätsliste. Wenn man den "falschen" PDA besitzt, schützt das zumindest vor einem Fehlkauf. Die recht ausführliche FAQ sollte man sich vor einem Kauf in jedem Fall durchlesen.

In herkömmlichen Notebooks mit PCMCIA / PC-Card Steckplatz und einem passenden CompactFlash Adapter sind die TV-Karten P-01 und N-01 ebenfalls einsetzbar. TV-Programme können dort nicht nur betrachtet, sondern auch aufgezeichnet werden (wahlweise timergesteuert). Vorausgesetzt, im Notebook steckt ein einigermaßen leistungsfähiger Prozessor (ab Pentium 4 @ 2 GHz) und auf der Festplatte schlummert Windows XP (32 bit). Ein passendes Treiberpaket stellt EOps auf seiner Homepage bereit.
 
Auf einem PDA kann das Fernsehprogramm wahlweise im Hochformat (208 * 160 Pixel) oder im Querformat (320 * 240 Pixel) betrachtet werden. Die Darstellung erfolgt mit bis zu 25 Bildern (PAL) bzw. 30 Bildern (NTSC) pro Sekunde, allerdings steht die Bildwiederholrate in Relation zur Bildqualität: In der höchsten von drei Qualitätsstufen können sich die Fernsehbilder sehen lassen, aber bei nur langsamem Bildaufbau. In den niedrigen Qualitätsstufen steigt die Bildwiederholrate auf ein akzeptables Niveau, aber man erkennt kaum noch Details. Zur Darstellung externer Videosignale besitzen die Karten einen AV-Eingang in Form einer 4-poligen 3,5 mm Klinkenbuchse. Ein passender Adapter auf Cinch-Stecker und -Kupplungen befindet sich erfreulicherweise im Lieferumfang. Die Tonwiedergabe erfolgt über Kopfhörer (3,5 mm Buchse), die Lautstärke wird über einen kleine "Wippe" an der TC-Karte eingestellt. Ein Druck auf die Wippe schaltet den Ton vorübergehend ab, im TV-Display wird passend dazu "mute" eingeblendet.

Die Stromversorgung erfolgt entweder über die CompactFlash Schnittstelle, über vier Micro-Zellen oder mittels eines optionalen  Netzgerätes (7,5 Volt / 250 mA / Plus am Mittelstift / absurd winziger Stecker). Zwei LEDs informieren über die Kommunikation mit dem PDA bzw. dem Notebook, sowie über den aktuellen Status der Stromversorgung. Ist keinerlei Batterie- oder Stromversorgung via Netzteil vorhanden, so können die Karten nur im Video-Modus über Signale der AV-IN-Buchse genutzt werden. Die PAL-Version P-01 verarbeitet über diesen Eingang übrigens auch NTSC-Signale. Als optionales Zubehör bietet EOps unter anderem eine EOps Earphone TV Antenna EA-1 with built-in TV Signal Booster an, die einerseits Antenne und Kopfhörer kombiniert (wir kennen das u. a. vom CASIO TV-21) und zusätzlich das Antennensignal verstärkt. Eine 9-Volt Batterie soll für 5 Stunden Betriebszeit reichen. Allerdings hat sich scheinbar noch kein Vertriebspartner für dieses "Extra" in Europa gefunden.

Im April 2004 betrug der Kaufpreis der P-01 in Deutschland zunächst 169.- Euro, in den USA kostete die N-01 zur gleichen Zeit nur 99$. Weitere Informationen zur P-01 findet man in der Produktbroschüre und der Bedienungsanleitung. Beide TV-Karten messen ca. 56 * 68 * 30 mm (herausragender Teil, ohne Antenne) und wiegen mit vier NiMH-Akkus etwas weniger als 120 Gramm. Made in China.

Gebrauchswert:Sammlerwert:


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In Ordnung, das hier ist kein Taschenfernseher. Aber solange ich noch kein Exemplar des seltenen Coke-Can LCD-Fernsehers von CASIO aufgetrieben habe, steht dieses Coca Cola TV-Radio stellvertretend für die vielen elektronischen Merchandising-Produkte des Brauseherstellers aus Atlanta. Das Sechsertragerl beherbergt neben einem "low-tech" 5-Zoll-Schwarzweißfernseher auch ein UKW/MW-Radio. Falls die eingebaute Teleskopantenne nicht ausreicht, stehen auf der Rückseite zwei separate Antenneneingänge (3,5 mm Klinke) für TV und Radio zur Verfügung. Die Energieversorgung erfolgt über ein externes 12-Volt Netzteil, der Stromverbrauch dieses Exemplars liegt im TV-Betrieb bei rund 600 mA (gemäß Typenschild sollte das Netzteil jedoch 1.000 mA liefern können).

Bemerkenswerterweise habe ich auf den einschlägigen "Coke" Sammlerseiten bisher nichts über das Gerät gefunden - es sieht zumindest so aus, als wäre es nur im deutschen Sprachraum erhältlich (gewesen). Einem Leser dieser Seiten aus Flensburg zufolge war das Teil Ende der 80er Jahre der Hauptgewinn eines Preissauschreibens in verschiedenen Verbrauchermärkten. Möglicherweise wurde nur für diesen Zweck eine Kleinserie aufgelegt. Der rote Spaßfernseher wiegt etwas mehr als 1.600 Gramm. Die Bildröhre und höchstwahrscheinlich das ganze Gerät: Made in Taiwan.

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Update: 06.05.2008