Stromversorgung

Trockenbatterien

Billige Zink-Kohle- oder Zink-Chlorid-Batterien (Typ Mignon: R6 / UM3) sind für die meisten Taschenfernseher leider denkbar ungeeignet. Sie sind zwar schön leicht, liefern aber nicht genug Strom. Dadurch bricht die Zellenspannung zu stark ein und das gute Stück bleibt finster oder empfängt keine Sender. Ihre Kapazität liegt zudem kaum über der von einfachen Akkus, teilweise sogar darunter.

Gute Alkaline-Zellen der Kategorie Mignon (LR6 / AM3) hingegen bieten Kapazitäten zwischen 2.500 und mehr als 3.000 mAh und halten in der Praxis oft länger als hochwertige Akkus. Beim Discounter kosten acht Stück von der Hausmarke oft weniger als 2 Euro, die Qualitätsunterschiede zwischen No-Name- und Markenprodukten sind nach meiner Erfahrung ziemlich überschaubar.

Lithium-Zellen im Mignon-Format (FR6 / L91) wären eigentlich optimal für Taschenfernseher: Sie sind leistungsfähiger als die meisten Alkaline Zellen, 30 % leichter und haben selbst nach 10-jähriger Lagerung noch 85 % ihrer Ausgangskapazität. Wenn da nicht der Preis von 2 bis 3 Euro pro Stück wäre...

Die Stiftung Warentest untersucht alle paar Jahre mal Batterien, zuletzt im Heft 01/2010 ab Seite 58. Einen gut gemachten Vergleichstest von Mignon-Zellen der diversen Technologien veröffentlichte die Teccommunitiy im Dezember 2008.

Litihum-Ionen und Lithium-Polymer Akkus

Hohe Energiedichte, geringe Selbstentladung und die Realisierbarkeit einer recht genauen Ladestandsanzeige - das sind nur ein paar der Vorteile dieser Akku-Technologie. Leider liegt die Zellenspannung bei ca. 3,6 Volt und damit weit jenseits der bei Rundzellen üblichen 1,5 Volt. Lithium-Ionen und Lithium-Polymer Akkus kommen daher nur in proprietäterer Bauform, d.h. speziell auf des jeweilige Endgerät angepasst, zu Einsatz. Bei Taschenfernsehern mit DVB-T Empfangsteil gehören sie erfreulicherweise meist zur Standardausrüstung. Ob man allerdings nach Jahren noch einen passenden Akku für sein Gerät bekommt, steht in den Sternen. In Sachen Akkupflege empfehlen die meisten Experte, ungenutzte Lithium-Ionen Akkus etwa alle sechs Monate auf 40 bis 60 % nachzuladen werden. Ein Entladen unter 40 % sollte möglichst vermieden vermieden werden. Null oder 100 Prozent Ladung bedeutet "Stress" für die Zellen.

NiCd-Akkus

Nickel-Cadmium-Akkus sind hochstromfähig (braucht man für Modellautos und Blitzgeräte, weniger für Taschenfernseher), dank Cadmium außerordentlich giftig und leiden am so genannten Memory-Effekt: Wird der Akku vor dem Aufladen nicht vollständig entladen, bilden sich auf den Elektroden kleine Kristalle und verringern die Möglichkeit, Ladung aufzunehmen. Werden NiCd-Akkus mehrmals hintereinander nicht vollständig entladen, sinkt die Kapazität merklich. Alle halbwegs vernünftigen Ladegeräte vermeiden z.B. durch Vorentladung diesen Effekt. Trotz der gegenüber herkömmlichen Batterien um knapp 0,3 Volt verringerten Zellenspannung können NiCd-Akkus in Taschenfernsehern problemlos eingesetzt werden.

In der Europäischen Union sollte es eigentlich längst keine Batterien und Akkus geben, die das Schwermetall Cadmium enthalten. Darauf verständigten sich schon Ende Dezember 2004 die EU-Umweltminister. Vorbehaltlich der Zustimmung des EU-Parlaments sollten die Mitgliedsstaaten eigentlich innerhalb von zwei Jahren ihre nationalen Gesetze dahingehend ändern, dass zunächst Nickel-Cadmium-Akkutypen verboten wären. Natürlich sind eine Reihe von Ausnahmen vorgesehen, aber für den Einsatz im Privathaushalt sollten NiCd-Akkus ja ohnehin längst kein Thema mehr sein.

NiMH-Akkus

Nickel-Metall-Hydrid-Akkus sind im Vergleich zu NiCd-Akkus etwas teurer, speichern aber bei gleichem Volumen etwa 50% mehr Energie. Die Zellenspannung beträgt rund 1,3 Volt, die angegebenen Kapazitäten liegen zwischen 1.000 und über 3.000 mAh beim Mignon-Format. Ein Akku mit 2.000 mAh kann bei idealer Temperatur (ca. 20 °C) eine Stunde lang 2 Ampere bzw. zehn Stunden lang 200 mA abgeben. Die Leistung nimmt bei Temperaturen über 30 °C und unter 15 °C deutlich ab, bei -20 °C geht nichts mehr. Die Preise liegen aktuelle zwischen 2 und 5 Euro pro Stück. Zellen im Format Micro (AAA) speichern derzeit bis zu 1.000 mAh und mehr. Bei guter Pflege ebenfalls bis zu 1.000mal wiederaufladbar.

Wie fast alle Akkutypen leiden auch NiMH-Zellen am so genannten "Lazy Effekt": Dieses Verhalten tritt auf, wenn die Zeit der Selbstentladung länger als die Zeit der aktiven Entladung in einem Verbraucher ist. Der Akku verhält sich beim Ladevorgang vorzeitig wie voll geladen. Viele Ladegeräte schalten bei einem solchen Spannungsverlauf zu früh ab bzw. auf Erhaltungsladung. Akkus, die diese Symptome zeigen, können durch vollständige Ladung und Entladung (gegebenenfalls mehrmals) wieder "trainiert" werden.

Nicht zu vernachlässigen ist die erwähnte Selbstentladung der Zellen: Während herkömmliche Batterien ihre Kapazität über einige Jahre halten, ist bei den meisten Akkus mit einem Kapazitätsverlust von 15 % pro Monat zu rechnen. Abhilfe versprechen so genannte LSD (Low Self Discharge) Ausführungen, wie z.B. Sanyos "eneloop" oder "Infinium" von Panasonic. In diesen Zellen steckt nach einem Jahr Lagerung noch etwa 75 % des Nennladung, ein herkömmlicher NiMH-Akku ist nach dieser Zeit in der Regel leer. Einen ausführlichen Test dieser speziellen NiMH-Zellen samt einer detaillierten technischen Erläuterung veröffentlichte die Zeitschrift c't im Heft 22/2007 ab Seite 170, aktualisiert im Heft 15/2009 ab Seite 152.

AccuCell Batterien / RAM-Zellen (Rechargeable Alkaline-Manganese)

Umweltverträglicher als jedes herkömmliche Akku-System und dennoch wiederaufladbar sollen die RAM-Zellen von Firmen wie z.B. Accucell sein. Ohne Memory-Effekt und mit sehr geringer Selbstentladung lassen sie sich laut Anbieter etwa 25 bis mehrere 100mal "auffrischen" und liefern wie übliche Batterien 1,5 Volt Spannung. Die Verwendung von Spezial-Ladegeräten ist zur Erhaltung der Zellenqualität äußerst wichtig, ebenso wie die Vermeidung von Tief- oder Komplettentladungen (Entladeschluss-Spannung: 0,9V). RAM-Zellen haben allerdings einen recht hohen Innenwiderstand. Das heißt, sie sind für besonders "stromfressende" Taschenfernseher möglicherweise unbrauchbar, da die Spannung (wie bei Zink-Kohle-Batterien) zu weit einbricht. Hier hilft im Zweifelsfall nur ausprobieren. Ein Set mit 4 Mignon-Zellen und Lader kostet etwa 30 Euro, eine einzelne Mignon-Zelle rund 2 bis 4 Euro.

Blei-Akkus (Sealed Lead Acid)

Blei-Akkus in Taschenfernsehern? Nicht ganz, aber fast: Von SONY gab es tatsächlich Blei-Zellen für "Walkmänner". Der Akku vom Typ BP-700 lieferte 2 Volt Ausgangsspannung und konnte in tragbaren Kassettengeräten 2 Mignon-Zellen ersetzten. Die Kapazität betrug 500 mAh, laut Hersteller waren die Zellen etwa 200mal wieder aufladbar. Ist wohl eher was für's Museum der Umweltsünden.

Taschenfernseher mit Akku-Ladeeinrichtung

Das klingt praktisch, nicht? Während eigentlich alle DVB-T Modelle mit Lithium-Ionen Akku über eine solche Einrichtung verfügen, ist sie bei Modellen für herkömmliche Rundzellen sehr selten anzutreffen Und sie funktioniert meist nur mit den teuren (und schwer erhältlichen) Original-Akkus: Nähere Informationen dazu unter Tipps & Tricks.

Energieverbrauch und Nutzungsdauer

In aller Regel ist der maximale Energieverbrauch eines Taschenfernsehers auf dem Typenschild angegeben, er liegt bei den hier vorgestellten Geräten typischerweise zwischen 2 und 5 Watt. Im praktischen Gebrauch wird ein Taschenfernseher mit 4 randvollen NiMH-Akkus (Kapazität z.B. 2.000 mAh) bei einem angegebenen Verbrauch von 2,5 Watt etwa 3,5 Stunden arbeiten (4 Zellen * 1,2 Volt * 2 Ah / 2,5 Watt). Die Rechnung ist zwar etwas vereinfacht, kommt aber in der Praxis meist ganz gut hin.

Steckernetzteile und Adapter für Auto und Wohnmobil

Zu den zuverlässigsten Mitteln, einem Taschenfernseher das Lichtlein auszublasen, gehören Überspannung und falsche Polarität. Das gilt sowohl für ältere "Batteriegeräte", als auch für die aktuellen Modelle mit integriertem Akku. Hilfreich bei Auswahl und Anschluss eines Steckernetzteiles oder eines Kleingeräteadapters für den Zigarettenanzünder im Auto sind die Polaritätskennzeichnung (in der Regel neben der Buchse für's Netzteil) und das Typenschild des Fernsehers:

Fremdspannungsbuchse eines CASIO EV-200Typenschild eines CASIO EV-200 mit Angaben zur Stromversorgung

Bei diesem Beispiel muss der Adapter bei 6 Volt mindestens 600 mA Dauerstrom liefern (3,6 Watt durch 6 Volt gleich 0,6 A bzw. 600 mA) und "Minus" muss am inneren Kontakt des Steckers anliegen. Der maximal bereitgestellte Strom des - stabilisierten! - Netzteils darf ruhig höher liegen (der Fernseher "nimmt" sich, was er braucht), die Spannung jedoch nicht. Wenn Sie die Investition für ein Originalnetzteil scheuen oder dieses nicht mehr erhältlich ist, achten Sie bitte sehr sorgsam auf Spannung und Steckerbelegung des Alternativproduktes.
Bitte auf jeden Fall stabilisierte Netzgeräte / Kleingeräteadapter verwenden. Kostenpunkt: Ab 10 Euro. Ideal für unterwegs sind Steckernetzteil in Schalttechnologie. Diese sind ausgesprochen leicht und verarbeiten meist zwischen 90 und 240 Volt Netzspannung - Kostenpunkt: 15 bis 20 Euro.

P.S.: Apropos Polarität des Netzteiles ... das Ladegerät vieler älterer NOKIA Handys würde hinsichtlich Stecker, Spannung und Leistung prima für viele analoge Taschenfernseher von CASIO passen, z.B. den EV-510. Leider stimmt die Polarität nicht. Also BITTE NICHT AUSPROBIEREN.


Zur Startseite

Any Questions?

Update: 10.06.2010